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Franziska Ambacher

Biografieberaterin
Persönlichkeits- und Business-Coach
Changemanagement-Consultant
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Meine Schwerpunkte:

03.02.2021 |

 

3 Dinge, mit denen für moderne Frauen – und solche, die es sein wollen – ab heute Schluss ist

In vielen Partnerschaften und Familien wird heute noch ein sehr traditionelles Rollenverständnis gelebt, obwohl beide Partner behaupten, sich auf Augenhöhe zu begegnen und eine moderne Partnerschaft zu leben. Finanzielle Abhängigkeit, keine eigene Entscheidungsfähigkeit oder Entwicklungsmöglichkeiten sowie mehr oder weniger subtile Kontrollmechanismen sprechen für viele Frauen aber eine ganz andere Sprache. In meinem aktuellen Blogartikel schildere ich Ihnen drei Begebenheiten aus meinem Coachingalltag, die mich manchmal stark daran zweifeln lassen, dass einige Frauen wirklich schon im 21. Jahrhundert angekommen sind. So einfach, den Männern die Schuld an der Misere zu geben, machen wir es uns aber nicht. Damit noch mehr Frauen zu den modernen Frauen werden, die sie zu sein glauben und sein wollen, kommt hier mein Weckruf! Seien Sie gespannt auf mein emotionales Plädoyer für mehr weibliche Eigenverantwortung, Unabhängigkeit und damit Lebensglück. Ach, und entschuldigen Sie bitte meine durchaus erkennbare Emotionalität – da mir Frauen besonders am Herzen liegen, ging es für mich beim Schreiben dieses Blogartikels emotional heiß her.
 

„Muss ich erst fragen.“ – Ein Halbsatz, den sie hervor presste und gleichzeitig betreten auf den Boden blickte. Das sind die Momente, in denen ich meinen Job verfluche, weil manchmal Frauen bei mir Hilfe suchen, bei denen längst Hopfen und Malz verloren scheinen. Ihnen kann auch mit den besten Coachingtechniken von außen nicht geholfen werden, wenn sie sich nicht zu allererst selbst helfen und ihre innere Einstellung an die Zeit anpassen, in der wir aktuell leben: das Jahr 2021.

Nennen Sie mich vermessen oder gar arrogant, doch ich bleibe bei meiner Haltung, erwachsen aus den gesammelten Erfahrungen vieler Jahre. Letztendlich ist jede und jeder für das eigene Glück selbstverantwortlich.

Was sonst soll ich davon halten, wenn gut ausgebildete und tolle Frauen in gestandenem Alter mit ihrem Business das nächste Level anstreben, deshalb folgerichtig bei mir im Besprechungszimmer zu einem Kennenlerngespräch sitzen, begeistert alle Informationen aufsaugen wie ein Schwamm, aber dann doch kleinlaut noch schnell beim Ehemann nachfragen müssen, ob er das Business-Coaching überhaupt bezahlen würde – oder gar ob sie diese Investition von ihrem eigenen, selbst verdienten Geld tätigen dürften.

Nur zur Erinnerung: 1958 trat in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft. Bis dahin verwaltete der Ehemann das von seiner Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen, die daraus angewachsenen Zinsen und das Gehalt, das die Frau an ihrem Arbeitsplatz verdiente. Seit 1958 dürfen Frauen also ganz offiziell ein eigenes Konto eröffnen und damit über ihr eigenes Geld entscheiden.

Typisch Frau!

Sie ahnen längst, wie die Geschichte in meinem Besprechungszimmer ausgegangen ist: natürlich! Er zahlt nicht. Warum auch. Veränderung ist ja nicht für ihn von Interesse, sondern für sie – eine Veränderung, auf die sie ein Recht hat. Das aber verkörpert sie nicht wirklich nach außen, weil ihre innere Haltung eine andere ist. Nur, weil sie zufällig miteinander Tisch und Bett teilen, ist das deshalb in seinen Augen noch lange kein Grund, ihr bei der Erfüllung ihrer Ziele unter die Arme zu greifen. Und wissen Sie was – das ist gut so!

Das gibt uns Frauen die wunderbare Gelegenheit, uns selbst zu behaupten und für unsere Rechte einzustehen. Typisch Frau – kein Anhängsel, sondern eine eigenständige, unabhängige Persönlichkeit! Denn es gibt keinen Grund, warum sich das vermeintlich schwächere Geschlecht nicht selbst auf die Hinterbeine stellen sollte, um ihren Mann zu stehen! Das gilt in finanziellen Dingen genauso wie in allen anderen Lebensbereichen.

Die Gedemütigte.

Wie sich diese Interessentin gefühlt hatte, als seine Absage durch den Telefonhörer drang – während ich aus einem fadenscheinigen Grund schnell aus dem Raum ging, nur um sie nicht noch mehr zu beschämen – muss ich wohl nicht näher beschreiben. Es tat mir richtig weh zu sehen, wie sich ihre berufliche Vision, ihr kleines Kosmetikstudio durch ein Onlinegeschäft zu erweitern, von einer Sekunde auf die nächste in Luft aufgelöst hatte. Genauso wie ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen auch. Doch diese Situation ist doch alles andere als ein Naturgesetz!

Wir wissen es längst: Frauen verdienen (trotz gleicher Leistung) durchschnittlich weniger als Männer und Frauen arbeiten durch die Kindererziehung und Familienfürsorge auch durchschnittlich weniger Stunden pro Woche als Männer. Muss aber deshalb eine gestandene Frau ständig um Geld beim Ehemann bitten, wie in diesem ersten Beispiel?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht daran interessiert, mit diesem Beispiel pauschal alle Frauen (und Männer) über einen Kamm zu scheren, doch diese demütigende und ausweglos erscheinende Geschichte habe ich leider nicht erst einmal erleben müssen.

Wiederholung in Endlosschleife.

Und alles nur, weil die betreffenden Frauen nicht wirklich selbstständig sind, obwohl sie regelmäßig vorgeben, es zu sein. So belügen sie sich andauernd selbst!

Aus meiner professionellen – genauso wie meiner persönlichen – Sicht ist es einfach unserer modernen Zeit nicht mehr angemessen, sich als Ehefrau „nur“ als die bessere Hälfte anzuerkennen – wenn überhaupt.

Denn nur wenn es Frauen in ihrem Privatleben gelingt, auf Augenhöhe ihre Ansprüche, Vorstellungen und Karriereabsichten gegenüber ihrem Partner gleichberechtigt zu leben, wird diese Haltung zur Blaupause für den geschäftlichen Erfolg. Das Vertrauen in den Partner ist sehr gut, doch gemeinsame Absprachen noch viel besser.

Hilfreich ist es, sich in jeder Lebensphase vorab zu überlegen, wie man gemeinsam welches Lebensmodell finanzieren möchte, um einerseits abgesichert zu sein und andererseits frei über eigenes Geld verfügen zu können.

Wer sich im Vorfeld die nötigen Gedanken macht, lebt entspannter und kann seinen eigenen Interessen auch viel zielgerichteter nachgehen. Im beschriebenen Beispiel übrigens hat sich die Interessentin dazu entschlossen, weiter abhängig zu bleiben. Sehr schade, denn ich muss ihr unterstellen, mit der Bequemlichkeit zu liebäugeln, anstatt ihre Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu leben.

Weitere Gedanken und Empfehlungen dazu finden Sie in meinem changeify-Blogartikel mit dem Titel „Wie die weibliche Karriereblockade beendet wird“:

Überall verstaubte Rollenbilder.

Als Feministin im besten Wortsinne liegt mir die Weiterentwicklung meiner Geschlechtsgenossinnen sehr am Herzen. Ich persönlich kann selbst ein Lied davon singen, welche Hürden sich auftun, wenn frau aus traditionellen Denkmodellen aussteigt.

Meine Eltern zum Beispiel hielten wenig davon, mich in den 1980er Jahren Abitur machen zu lassen, denn generationenübergreifend galt in meiner Familie der niederschmetternde Satz „Die wird sowieso weggeheiratet und gründet dann Familie, weshalb so viel Geld und Mühen in ihre Ausbildung investieren“. Und dass, obwohl meine Eltern selbst schon deutlich moderner lebten, als ihre eigenen Eltern.

Die Dinge wurden nie hinterfragt, die Gesellschaft war in den 1980er Jahren auch noch nicht wirklich viel weiter. Wenn ich es ganz spitz formuliere, dann sieht es selbst heute nicht wirklich besser aus. Oder müsste ich sonst so regelmäßig Erfahrungen machen, wie ich sie hier schildere?

Ich setzte mich damals durch (übrigens auch dank des besonderen Einsatzes eines Mannes: meines Bruders, der sich für meinen Wunsch gegenüber unserem Vater stark machte) und machte auf dem zweiten Bildungsweg mein Abitur, denn ich spürte schon damals instinktiv, dass das Investment in die eigene Person niemals von Schaden sein kann.

Damit beim Thema Gleichberechtigung etwas in Bewegung gerät und voran geht, müssen meiner Ansicht nach aber erst einmal Frauen aus ihrer Bequemlichkeit, Lethargie und ihren nie hinterfragten Rollenbildern erwachen sowie Abhängigkeiten lösen. Die verstaubten Vorstellungen sind doch alter Schnee von gestern – und dennoch halten sie sich verdammt gut.

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, tippe ich so schnell in die Tasten, dass ich kaum hinterherkomme, denn meine Gedanken und Gefühle zu diesem Thema überschlagen sich förmlich.

Deshalb nenne ich Ihnen hier drei Dinge, die sich moderne Frauen und solche, die es sein möchten, ab heute einfach nicht mehr antun dürfen:

1. Sie lässt sich leben.

In dem von mir hier geschilderten ersten Beispiel dreht sich alles um die Bittsteller-Rolle:

Sie passt den vermeintlich geeigneten Moment ab, um wie eine Bittstellerin um Erlaubnis zu fragen, ob er „Bitte-Bitte“ für dies oder jenes aufkommen möge. Damit begibt sie sich automatisch in den sogenannten Tiefstatus. Wie immer – es geht um Macht. Nur nicht um die ihrige.

Kennen Sie das auch von irgendwoher? Sie nehmen sich schon lange vor, endlich einmal Ihrem Kollegen, wahlweise Chef, die Meinung zu geigen. Sobald Sie dann dastehen und loslegen wollen, kommen Sie sich fürchterlich klein und unwichtig vor.

Egal, was Sie nun wie formulieren, es wird am Gegenüber abprallen. Sie werden nicht überzeugen, obwohl Sie die entsprechenden Sätze schon mehrmals vor dem Spiegel geübt hatten.

Das ewige Spiel mit der Macht

Wenn sich solche Statusspiele bzw. Machtgefälle in Beziehungen aller Art auftun, sollten wir uns der Mechanismen dieser Regeln bewusstwerden – und nicht einfach, wie die Interessentin aus meinem Beispiel, sofort klein beigeben.

Wir Frauen müssen eine selbstbewusste Position auf Augenhöhe einnehmen, uns für die eigenen Sache auch entsprechend engagieren und von der Verwirklichung der eigenen Vision überzeugt sein.

Selbstverständlich werden in einer Partnerschaft Absprachen getroffen und man greift sich gegenseitig finanziell unter die Arme, wenn es notwendig ist. Schließlich ist das gemeinsame Leben nie eine Einbahnstraße. Partner*innen sollen im Prozess der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung keineswegs vom Entscheidungsprozess ausgeschlossen werden, letztendlich geht es doch um die Verwirklichung des eigenen genauso wie des gemeinsamen Lebensglücks.

Teilzeit als Karrierefalle?

Das kann natürlich auch bedeuten, sich als Frau ganz bewusst für die Familien- und Erziehungsrolle zu entscheiden. Auch dieses Lebensmodell will ich nicht kritisieren – doch das darf nicht automatisch und selbstverständlich ohne Bezahlung bzw. finanziellen Ausgleich geschehen. Ich erinnere da auch an das leidige Steuerthema des Ehegattensplittings.

In modernen Beziehungen geht es darum, sich die Care-Arbeit zu teilen und dabei werde ich dann oft gefragt, ob denn die Wahl einer Teilzeitstelle automatisch die Karrierefalle sei? Nein, das muss sie meines Erachtens nicht sein, wenn im Unternehmen die Möglichkeit zur Teilzeit nicht ausschließlich von Müttern genutzt, sondern auch Vätern angeboten wird bzw. diese es nutzen und nicht genau dafür geschnitten werden. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Ich geh rauf und Du gehst runter.

Wir sind in der Lage, die Dinge zu unseren Gunsten zu verändern, wenn wir uns, d.h. unsere innere Haltung dazu, verändern.

Dies gelingt nur, wenn wir uns mit dem Statusmodell auseinandersetzen und es aktiv anwenden.

Aus dem Führungskontext ist es Ihnen vielleicht schön längst bekannt, denn es geht darum, in einer Kommunikation ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wacht auf, liebe Frauen, denn dieses Spiel wird überall auf der Welt, seit Jahrhunderten in jeder sozialen Schicht und in jedem Alter gespielt. Wann spielt ihr endlich mit?

Dieses Macht- und Statusspiel wurde vom Theatermann Keith Johnstone geprägt:

der mit dem Prinzip der Wippe „Ich geh rauf und Du gehst runter“ beschreibt, wie zwei Kommunikationspartner den jeweiligen Hoch- und Tiefstatus einnehmen, um zum Ziel zu kommen.

Wenn wir, wie die Interessentin in meinem Besprechungszimmer, ausschließlich nur den Tiefstatus bedienen – uns damit ständig selbst herabsetzen – dann macht das eine Menge mit uns. Das ist alles andere als trivial.

Nicht die Männer müssen wir Frauen ändern, sondern uns selbst! Und für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen!

Persönlichkeitswachstum beginnt jetzt.

Liebe Frauen, sind wir uns dessen bewusst und informieren wir uns über die Möglichkeiten des eigenen Persönlichkeitswachstums, wie beispielsweise mit diesem Buchtipp.

Kommen wir endlich heraus aus der Bittsteller-Rolle und trainieren wir uns eine neue, kraftvollere Gangart an.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Kommunikationsstil an die Frau anzupassen, die in Ihnen schlummert, die aber aufgrund Ihres Verhaltens nie zum Zuge kommt: selbstbestimmt, ziel- und lösungsorientiert sowie selbstbewusst und voller Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Wir scheitern letztlich nur daran, dass wir das falsche Problem lösen wollen. Nicht die Männer müssen wir Frauen ändern, sondern uns und die Rahmenbedingungen für Teilhabe und Gleichberechtigung!

Wo eins ist, sind auch mehr.

Langsam erhole ich mich wieder von diesem beschriebenen Schock-Erlebnis, schon erlebe ich die nächste Ohrfeige mit, die sich Frauen ganz ohne Meckern und Murren verpassen lassen.

Viele Anfragen erreichen mich über das Kontaktformular meiner Homepage. So weit, so gut. Doch was schon lange ein Einzelfall bleiben sollte, ist leider häufig bittere Realität in meinem Joballtag.

Frauen schreiben mich mit ihren zum Teil sehr intimen und vielfältigen beruflichen Problemen an und manchmal geht es auch um partnerschaftliche Konflikte. Beim Zurückschreiben entdecke ich plötzlich, dass die im Kontaktformular eingetragene E-Mail-Adresse die des Mannes bzw. Lebenspartners oder eine gemeinsame ist!

Kennen Sie das? Sie wollen antworten, sind in dem Moment aber selbst verunsichert, mit wem Sie es da eigentlich gerade zu tun haben? Entweder sind Sie misstrauisch oder halten es für einen schlechten Scherz. Eines erlebte ich hier jedoch erneut: ich habe es schon wieder mit Frauen zu tun, die sich hinter ihrem Mann bzw. ihrer Familie verstecken.

2. Sie lässt sich kontrollieren.

Was um Himmels Willen soll denn das sein? Eine Frau in ihren besten Jahren, die eine Schnittstellenposition eines Mittelständlers besetzt und nicht nur ihren finanziellen Teil zur Lebensgemeinschaft beiträgt, sondern darüber hinaus in ihrer Teilzeitanstellung auch wichtige Entscheidungen verantwortet.

Die Entscheidung, auch privat unabhängig und selbstbestimmt zu bleiben, scheint hier der Harmonie im eigenen Haushalt zum Opfer gefallen zu sein.

Nach dem ersten telefonischen Kontakt wurde offensichtlich, dass sie – wie man im Volksmund sagt – „unter der Fuchtel steht“.

„Comand and Control“ ist die Devise.

Übrigens, diese Redewendung stammt aus der Militärsprache. Die Fuchtel war ehemals ein Fechtdegen mit breiter Klinge, der zur Bestrafung von Soldaten benutzt wurde. Demnach passte es wie die Faust aufs Auge, als sie im Jammerton berichtete, dass ihr Mann sie kontrolliere und sie keine eigenmächtigen Entscheidungen treffen dürfe. Deshalb frage sie nun bei mir an, ob es möglich sei, eine berufliche Veränderung zu realisieren, ohne dass ihr Mann schimpfen würde.

Das musste ich erst einmal sacken lassen. Ich bin nun auch schon lange keine Generation Y mehr, doch dass sich die Frauen aus meiner Generation keine eigene E-Mail-Adresse leisten, war mir in dem Ausmaß doch noch gar nicht bewusst. Haben Frauen Ü50 etwa die Digitalisierung und Emanzipation ausgeblendet?

Dieser kürzlich erschienene Tweed von Jan Böhmermann hat mich laut auflachen lassen. Irgendwie hat er mich genau an dieses heikle und so unvorstellbare Thema erinnert.

Das Problem hinter dem Problem.

Vor allem im vergangenen Covid-Jahr 2020 landete eine gemeinsame oder die auf den Lebenspartner lautende E-Mail-Adresse mehr als einmal in meinem Postfach.

Es wandten sich durchweg gut ausgebildete und patente Frauen an mich, die durch Kurzarbeit, Insolvenz des Arbeitgebers oder das bevorstehende Scheitern der eigenen Selbständigkeit bedroht waren und deshalb um Hilfe baten. Das klingt erstmal sehr emanzipiert und lösungsorientiert. Bei genauerem Hinschauen wurde einmal mehr das Problem hinter dem Problem für mich sichtbar:

Frauen haben sehr viel mehr Angst vorm Scheitern als Männer. Und da müssen wir erst gar nicht die aktuellen Zahlen von Frauen in Deutschland, die ein eigenes Unternehmen gründen, bemühen und dabei erschrecken, wie niedrig diese ausfallen.

Es bedeutet genauso auch für Frauen in abhängigen Anstellungsverhältnissen oder in Abhängigkeit vom Einkommen des Lebenspartners, dass die eigene Identität schon frühzeitig an der Garderobe abgegeben wurde.

Spätestens, wenn die Kinder kommen, scheint mir eine gemeinsame E-Mail-Adresse einerseits der Ausdruck von ungesunden Kontroll- und Machtstrukturen zu sein und andererseits von vernachlässigter Identität.

Denn selbst wer sich für technisch völlig unbegabt hält (übrigens auch so eine gern genannte, oft falsche und limitierende Selbsteinschätzung), kann sich doch ganz einfach mit Hilfe einer der unzähligen Anleitungen im Internet eine eigene E-Mail-Adresse einrichten. Finde den Fehler.

Vorbildfunktion Fehlanzeige.

Die genannten Beispiele sind nach meinem Dafürhalten auch ein weiterer Grund dafür, dass wir weiterhin verdammt wenige weibliche Vorbilder finden, die zeigen, dass Frauen in Führung erfolgreich und durchsetzungsfähig sein können und damit das Modell der wirtschaftlich erfolgreichen und unabhängigen Frau leben.

Ein erster Schritt zur Eigenverantwortung wäre deshalb eine eigene E-Mail-Adresse, denn es geht um die ganz eigene Identität, die sich den selbstverständlichen Freiraum nimmt, ungefragt und eigenmächtig darüber zu verfügen. Vom Datenschutz einmal ganz abgesehen. Eigenverantwortung ist darüber hinaus auch der erste Schritt zu Veränderungen jeglicher Art. Hier finden Sie eine Einschätzung des Psychologen Rolf Schmiel dazu.

Revierverhalten verstehen.

Eingeschränkt durch Kontrollmaßnahmen ihres Mannes (die sich nicht wenige Frauen viel zu oft nur zu gerne gefallen lassen), wird jedenfalls die Interessentin in meinem Beispiel nie ihr Ziel zu mehr persönlicher wie beruflicher Souveränität erreichen. Wie sollte ihr das dann auch noch in einem von Männern dominierten Job gelingen? So weit will ich jetzt gar nicht denken.

Deshalb ist es dringend von Nöten, das Revier- und Hierarchieverhalten von männlicher Kommunikation zu durchdringen. Vor einigen Jahren nahm ich an einem erhellenden Training zu diesem Thema bei Dr. Peter Modler teil. Was ich dort lernte, lehrte mich erst, wie ich noch souveräner in der Businesswelt auftreten kann, um zu bekommen, was mir zusteht. Das können Sie auch!

Das darf in keinem Bücherregal fehlen.

Meine Leseempfehlung für den Einstieg wäre sein Bestseller „Das Arroganzprinzip – so haben Frauen mehr Erfolg im Beruf“.

Das in diesem Klassiker gelernte Wissen können Sie bestens zu Hause bei Ihrem Mann anwenden, denn wenn es Ihnen im privaten Rahmen gelingt, sich auf Augenhöhe zu begegnen, werden Sie es auch im beruflichen Kontext schaffen. Nur zu, lassen Sie endlich die Frau aus dem Sack, die in Ihnen steckt, um sich zukünftig nie wieder die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Und auf gar keinen Fall lassen Sie sich direkt von der Arroganz im Titel abschrecken! Es handelt sich um eines der besten Bücher über Kommunikation, die ich je zu dem Thema Mann/Frau gelesen habe. Männer und Frauen sind schließlich unterschiedlich und das ist auch gut so, doch wir sollten auch wissen, wie wir die Unterschiede für unser berufliches (wie persönliches) Weiterkommen nutzen können.

Schmerz lass nach!

Tja, und weil aller guten Dinge drei sind, habe ich noch ein unglaubliches drittes Beispiel dafür für Sie mitgebracht, was sich Frauen alles freiwillig antun, ohne endlich auf das eigene Selbstvertrauen zu setzen:

Eine weitere Interessentin kam über 30 Minuten zu spät zum Kennenlerngespräch. Sie rechtfertigte sich mit privaten Gründen, denn als vor vier Wochen ihr Vater verstorben war, kam ihre Mutter auf sie zu, um zu erfragen, wie sie denn nur den Bestatter bezahlen solle. Schließlich hätte der verstorbene Ehemann und Vater doch immer alle Geldgeschäfte selbst geregelt. Jetzt, wo er nicht mehr sei, müsse ihr die Tochter aus der Bredouille helfen und zusätzlich auch einen Plan entwickeln, wie über den Geldbeutel des Bestatters hinaus der Kühlschrank der alten Dame gefüllt werden könnte. Kein Problem, meinen Sie? Weit gefehlt …

3. Sie lässt sich reduzieren.

Sicherlich haben Sie das auch schon einmal gehört, dass Damen Ü80 nicht selten genau von diesem Teil des Lebens völlig abgeschnitten sind – Geld. Vielleicht läuft es in Ihrer Familie ja ähnlich – bewusst oder unbewusst halten sich viele Frauen von Finanzdingen fern.

Nicht wenige Banken beschäftigen übrigens extra dafür spezialisierte Trainer, die dem Personal beibringen sollen, wie man mit der trauernden Witwe umgeht, damit das Geld auf dem Konto des verstorbenen Ehemannes auch weiterhin genau dort verbleibt. Nur keine Mätzchen, das haben wir doch schon immer so gemacht.

Auf die Rolle der Tochter reduziert.

Doch der Hammer traf mich, als sich herausstellte, dass meine neue Interessentin, selbst Abteilungsleiterin einer großen Kindertageseinrichtung in Teilzeit, keinerlei Ahnung hatte, wie sie der Mutter nun am besten helfen könne. Warum? Weil sie seit Jahr und Tag in genau demselben Rollenverständnis gelebt hatte, auf ihre Rolle als fürsorgende Mutter und Tochter reduziert, ohne jeglichen Zugang zu Geld – und dies auch widerspruchslos zugelassen hatte.

Das Geld, das sie in ihrer Leitungsfunktion in Teilzeit verdient, fließt direkt auf das Konto ihres Mannes, denn ein eigenes Konto besitzt sie nicht. Er kennt das Password, er hat die EC-Karte im Geldbeutel zur Verfügung, er sieht den digitalen Kontoauszug ein.

Sie selbst behauptet – letztlich in einem immer fortwährenden Selbstbetrug – dass sie sehr bescheiden sei und gar kein Geld brauche. Wenn doch, könne sie ja bei ihrem Mann auf der Matte stehen und darum bitten. So schließt sich der Kreis zum ersten Beispiel, denn meine Rechnungen wollte sie genau auf diese Weise bezahlen. Wieder hatte ich den berühmten Klos im Hals stecken.

Rasant steigende Lebenserwartung kostet Geld.

Dass sie in ihrer Rolle (auch noch bei einem Sozialträger) weniger verdient und deshalb von Altersarmut betroffen sein wird, d.h. sich letztendlich jetzt und in Zukunft in völliger finanzieller Abhängigkeit von ihrem Mann befindet, will sie nicht realisieren.

Laut dem Statistischen Bundesamt könnte die durchschnittliche Lebenserwartung im Jahre 2060 für Frauen übrigens bei 88,8 und bei Männern bei 84,8 Jahren liegen.

Da sich die Lebenserwartung seit dem 19. Jahrhundert rasant entwickelt, nämlich gegenüber den 1870er Jahren mehr als verdoppelt hat, brauchen wir folglich noch mehr Geld, um uns gut versorgt zu wissen.

Frauen sind auch deshalb dazu aufgefordert, ihre Hausaufgaben zu machen, um im Alter nicht dumm aus der Wäsche zu schauen, wenn das böse Erwachen kommt, weil der Versorger aus irgendeinem Grund ausfällt.

Die Dame aus meinem Beispiel legt überhaupt keinen Wert darauf, sich mit der finanziellen Seite des Lebens näher zu beschäftigten, und leistete mit dieser Abwehrhaltung Vorschub für ein Leben in ständiger Abhängigkeit und gegebenenfalls Armut.

Das vom Elternhaus vorgelebte Rollenmuster führt bei ihr also letztendlich dazu, dass ihr Mann, 30 Jahre jünger als ihr verstorbener Vater, heute derjenige ist, der nicht nur wie bisher im Privathaushalt alle finanziellen Dinge regelt, sondern nun auch noch die Finanzangelegenheiten der Schwiegermutter übernommen hat.

Geld ist Macht – auch in Familien.

Wer das Geld hat, der hat die Macht. Zumindest über sich selbst. Und da meine Gesprächspartnerin über keinen eigenen Zugang zu Geld verfügt, muss sie sich fügen, ohne eigene Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Leben zu haben. Ist das nicht grauenvoll?

Ich kann für alle Frauen da draußen nur hoffen, dass dieses Beispiel ein Extrembeispiel bleibt und nicht noch viel mehr solch schlechter Beispiele unter uns sind.

Wenn bei bis zu 75 Prozent der heute 35- bis 50-jährigen Frauen die gesetzliche Rente unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau liegen wird, dann ist es allerhöchste Zeit, endlich selbstbewusst das Geldthema anzugehen.

Wir Frauen können es uns nämlich schlichtweg nicht leisten, uns nicht ums liebe Geld zu kümmern. Das Leben hält heute so viele Irrungen und Wirrungen für uns bereit, dass wir vorbereitet, sprich informiert sein und aktiv werden müssen.

Angewandtes Wissen ist Macht – Macht ist Wissen

Damit Sie gleich mit Ihrer Transformation zur unabhängigen Powerfrau beginnen können, stelle ich Ihnen hier zwei Finanzblogs vor, die von Frauen für Frauen gemacht werden:

1.    Auf dem „Geldfrau“-Blog finden Sie alle wichtigen Infos, um sich einen profunden Überblick zu verschaffen und zu allen Themen rund ums Geld zu schmökern.

2.    Auf dem „Madame Moneypenny“-Blog finden Sie zum Einstieg ein Gratis-Hörbuch und diverse Podcastfolgen, die Sie wirklich weiterbringen, um finanziell unabhängig(er) zu werden.

Fazit:

Vielleicht haben Sie sich nun beim Lesen des Blogbeitrages an der ein oder anderen Stelle selbst ertappt gefühlt und Handlungspotenzial bzw. persönliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten erkannt? Problem erkannt – Problem gelöst! Ganz so einfach ist es natürlich nicht, wie wir alle wissen.

Über viele Jahre eingeübte Verhaltensmuster werden nicht von jetzt auf gleich abgelegt oder in eine gewünschte Richtung verändert. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Aber genauso kann ich Ihnen versichern, dass jeder Frau, die ihre Haltung hin zu einer souveränen Persönlichkeit entwickeln bzw. weiterentwickeln möchte, mit einem Wertecoaching ein sehr wirkungsvolles Werkzeug zur Verfügung steht.

Finden Sie Ihr ganz persönliches Wertegerüst für mehr Begegnungen auf Augenhöhe – privat wie beruflich. Wenn Sie dazu Fragen haben oder von mir mit meinem umfangreichen Methodenkoffer begleitet werden möchten, dann kontaktiere Sie mich gerne.

Gemeinsam mit mir trainieren Sie dann in Mentoring-Sessions (online oder in Präsenzterminen), um Ihr Selbstbewusstsein zu stärken und den eigenen Wert zu ermessen – für mehr Zufriedenheit und Erfolg.

Zögern Sie nicht – ich bin nur einen Klick weit von Ihnen entfernt. Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir einfach jetzt eine Nachricht. Heute ist schließlich der erste Tag vom Rest Ihres selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und emanzipierten Lebens.

Ihre Franziska Ambacher

Ihr Inspirationsfeuerwerk für Werte-orientierte Veränderung.

Werde, was in Dir steckt.

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